Antisemitismus

Antisemitismus: Eine schlechte alte Gewohnheit.
Antisemitismus: Eine schlechte alte Gewohnheit.

Die Kehrseite der Retraditionalisierung ist, dass mit guten alten Zeiten die alten Gewohnheiten zurückkommen. In den letzten 50 Jahren war Antisemitismus kein Problem mehr. Heute ist er zurück. Antisemitismus ist untrennbar mit den kleinbürgerlichen Wertvorstellungen aus dem letzten Jahrhundert verbunden.

10% der Schweizer Bevölkerung sind Hardcore-Antisemiten. Dazu kommen noch einige Prozente die Vorbehalte und Vorurteile gegen über Juden hegen.

Obwohl 10% nicht nach viel scheine, ist dies eine erschreckende Tatsache. 10% der Bevölkerung sind immerhin 800'000 Menschen. Genügend um ein Pogrom, zu veranstalten.

Um diese Masse in Bewegung zu versetzen, reicht es wenn ein Führer auftritt. Einer der geschickt Vorurteile erzeugt und Angst in den Menschen schürt. Ein Kleines ist es dann diese Menschen zu Gewalt gegen Juden aufzuhetzen.

Das Fatale wäre dann, dass alle die Ressentiments gegen Juden haben nur zu schauen und schulterzuckend sagen würden: Die Juden sind selber schuld.

Vor diesem Hintergrund kann ich gut verstehen, dass sich Juden nirgends wo auf der Welt sicher fühlt. Der Bürgerkrieg in Exjugoslawien hat gezeigt, wie schnell ein ethnischer Konflikt, sich entzünden kann.

Antisemitismus ist ungerecht. Ein Jude kann nichts dafür, dass er als Jude geboren wurde. Egal ob er schlecht oder gut ist, er muss für alle möglichen Klischees herhalten. Denn Nazis schien es ausreichend, dass ein Mensch Jude ist um ihn zu töten.

In der Schweiz leben etliche Prominente jüdischer Abstammung. Würde man eine Umfrage über Roger Schawinski oder Ruth Dreifuss machen, würde diese positiver ausfallen als über das jüdische Volk als solches. Ich kenne Menschen die schlecht über die Juden reden, aber sich fast im gleichen Zug positiv über Roger Schawinski äussern.

Abgesehen von der Kleidung der Orthodoxen, ist es einem Jude nicht anzusehen, dass er ein Jude ist. Ist er in der Schweiz geboren und aufgewachsen ist er ein ganz normaler Schweizer. Einer, bei dem sogar der Dialekt stimmt. Es kann gut sein, dass ich mit einige Juden verkehre, ohne zu bemerken, dass es Juden sind.

Es ist wie beim Fussball, manche Fremdenfeinde jubeln begeistert, wenn Xherdan Shaqiri für die Schweiz Tore schiesst.

Die Grundlage um Gruppe zu hassen ist, dass man niemand kennt der dazu gehört. Der Begriff Jude ist wie eine weisse Leinwand, auf die ich beliebige Eigenschaften projizieren kann. Juden sind geldgierig, Juden sind besonders intelligent und so weiter und so fort.

Gefährlich wird es dann, wenn ein Brandstifter sagt: Bestrafen wir die Juden! Das darauf folgende Pogrom klappt nur, wenn auf die Gruppe der Juden Jagd gemacht wird und nicht auf den netten Herren Levi. Der freundliche, stets hilfsbereite Herr von neben an.

Publiziert am: 25.11.2018  •  Kategorie: Neue Zeiten 


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