Remix Kultur

Remix: Nur billige Kopie oder eigenständig und neu?
Remix: Nur billige Kopie oder eigenständig und neu?

Die erweiterte Remixkultur findet in der Realwelt statt. Das Internet dient als Organisationsplattform auf der die Interessen gesammelt und gebündelt werden. Die erweiterte Remixkultur sprengt den Rahmen des Virtuellen.

Klassischer Remix

Remixkultur ist Kultur, die durch das Zusammenmischen von verschiedenen Elementen entsteht.

Im engeren Sinn ist Remixkultur, Kultur, die aus dem Web im Web entsteht und auf dem Web bleibt. Websites, die ihren eigenen Content mit RSS generierten Inhalten kombinieren sind klassische Produkte der Remixkultur.

Das Web wäre heute ohne Remix und Mashup undenkbar. Keine Website kommt ohne externe Inhalte aus. Integrierte YouTube Videos, Referenzen auf Google Maps und Schnittstellen zu Amazone sind auf fast jeder Website anzutreffen.

Innerhalb der Webcommunity ist die Remixkultur umstritten. Während die einen von der künstlerischen Freiheit begeistert sind, befürchten die anderen das Kultur zu einer Copy & Paste Veranstaltung herab sinkt.

Die Remixkultur ist eine existenzielle Bedrohung für Firmen die vom Handel und der Verwaltung von Rechten leben. Die Remixkultur stellt die Kontrolle der Unterhaltungsindustrie über die Kultur infrage. Solange die Remixkultur nur auf dem Netz stattfindet, bleibt sie eine Angelegenheit für Geeks und Netizen.

Erweiterte Remixkultur

Remixkultur im weiteren Sinn findet ausserhalb des Internets statt. Das Internet dient als Organisationsplattform und liefert die Elemente.

Das Kennzeichen der Remixkultur ist, dass es sie ohne Internet nicht gäbe.

Foren und Organisationsplattformen, die spezielle Interessengebiete bedienen, sind die Anlaufstellen der erweiterten Remixkultur. Dort treffen sich Leute, die sich in der Realwelt nie treffen würden. Im Ideentausch entstehen neue Ideen, auf die ein User alleine nie kommen würde.

Der Ideentausch unter gleichgesinnten begünstigt das Entstehen von neuen Subkulturen und der Fortbestand der Bestehenden.

Beispiel: BDSM Subkultur

Ohne Internet hätte sich die BDSM-Szene nie so weit entwickeln können. Aktive und Einsteigewillige treffen sich in Foren und sozialen Netzwerken. Aus dem Austausch von Ideen entstehen Sessions, Partys und Veranstaltung. Für die BDSMler ist das Internet eine unverzichtbare Organisationsplattform, die der Anwerbung und der Bündelung von Interessen dient.

Beispiel: Long Distance Cycling

Das Internet hat der Long Distance Cycling Szene zum Durchbruch verholfen. Bevor das Internet aufkam, gab es nur Gerüchte, dass diese Szene existiert. Im Zeitalter des Internets braucht es nur die von Google gelieferte URL und schon sind die Daten bekannt und der User kann sich anmelden. Seit es Internet gibt, sind alle massgeblichen Long Distance Cycling Veranstaltungen ausgebucht.

Beispiel: Mittelalter Subkultur

Die „Mittelalter Subkultur“ ist ein Produkt des Internets. Das Internet bot den Freunden der mittelalterlichen Musik, von Sagen und Erzählungen die Möglichkeit sich zu treffen.

Die Mittelalter Subkultur setzt sich aus verschiedenen Elementen zusammen. Die User ergänzen die alten Sagen mit ihren eigenen Geschichten. Sie entwickeln die Figuren weiter und geben ihnen eine neue Bedeutung. Das Game Stronghold erlaubt es den Usern in das Mittelalter einzutauchen und als Alter Ego in einem mittelalterlichen Avatar weiter zu leben. Im Internet werden Ideen für neue Kostüme ausgetauscht und gemeinsam neue Geschichten, Spiele und Märkte ersonnen.

Dank des Internets ist aus den mittelalterlichen Tagträumen einiger Kindsköpfe eine lebendige Subkultur entstanden. Aus den Träumen über Ritter, Druiden, Burgdamen, Drachen und Götter ist ein neuer Wirtschaftssektor entstanden.

Publiziert am: 25.11.2018  •  Kategorie: Web 2.0 


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