Was kommt nach Web 2.0

Internet in der Krise. Was kommt nach Web 2.0?
Internet in der Krise. Was kommt nach Web 2.0?

Web 2.0 hat den Zenit überschritten. Das Internet ist zum Opfer des eigenen Erfolgs geworden. Seiteneffekte und die Nebenwirkung der Erfolges drohen das Web 2.0 unter sich zu begraben. Was wird aus dem Internet: Entwertet es sich selber zu einem virtuellen Verkaufskanal oder kann das Internet sozial aufgewertet werden. Können soziale und kommerziellen Inhalte erfolgreich koexistieren oder bleibt am Ende nur das schnelle Geld?

Web 2.0 und das Internet befinden sich in einer Vertrauenskrise. Misstrauen, Ängste und Bedenken aller Art stehen als treibende Kraft hinter dem Verlust des Vertrauens. Misstrauen war es auch, dass im Jahr 2000 die Dotcom-Krise auslöste. Zu Beginn des Jahrtausends waren es Bedenken um die Erfüllbarkeit der mit dem Internet verbunden Erwartungen. Heute sind es Bedenken um den Verlust der persönlichen Freiheiten. Angst davor, dass den Menschen ihre Geheimnisse geraubt werden. Sorge darüber das Daten geraubt und zum Nachteil der UserInnen missbraucht werden. Ironie der Geschichte: Zwei Krisen - gleiche Ursachen - unterschiedliche Ausgangslagen. Anfangs der Nullerjahre wurde der ausbleibende wirtschaftliche Erfolg zum Problem. 15 Jahre später droht der Erfolg dem Internet die Akzeptanz zu rauben. Vor 20 Jahren war niemand bereit für Dienstleistungen und Inhalte zu bezahlen. Internet-Angebote wurden noch nicht ernst genommen. Chats, Foren, Blogs und digitale Medien galten als netter Zeitvertreib. Das Virtualität und Realität waren noch nicht gleichrangig. Vor dem Hintergrund zahlungsunwilliger UserInnen kamen Bedenken um die Finanzierbarkeit auf. Ausbleibende Gewinnen führten zum Schluss das die massgebenden Dotcom-Unternehmen überbewertet sind. An den Finanzmärkten griff Panik um sich. Kurz darauf platzte die Dotcom-Blase. Nach dem Dotcom-Crash begann eine Periode der Stagnation. Im Herbst 2004 stellte Tim O'Reilly das Konzept des Web 2.0. Mit Google-Adsens & Co war eine Finanzierungsquelle gefunden. Mit Web 2.0 begann eine Wachstums Periode. Ein Boom der bis an das Ende der Zehnerjahre, oder darüber hinaus andauert. Analog zum Erfolg wuchs das Bewusstsein über die Nachteile des Web 2.0. Was vor ende der Nullerjahre als normale SMO/SEO-Massnahmen galt, wie bezahlte Forenbeiträge, Kommentare, Backlinks, Likes … ist in die Nähe des Betrugs gerückt. Das Sammeln von Daten steht unter Generalverdacht. Egal ob die Daten aus technischen oder kommerziellen Gründen erhoben werden, Datensammler haben ein Legitimationsproblem. Der Begeisterung für neue Möglichkeit ist der Ernüchterung über die sozialen Auswirkungen gewichen. Die Verdrängung des traditionellen Handels. Prekäre Arbeitsbedingungen bei Amazone, Zalando & Co. Gestaute Strassen durch Paketlieferdienste. Sterbende Innenstädte. Und vieles mehr. Das Vertrauen in das Web 2.0 leidet nicht nur unter den sozialen Begleiterscheinungen des E-Commerce. Die Cyberkriminalität ist so alt wie das Internet selber. Pädophilen und Cyberkriminellen kann man beikommen ohne das Internet lahm zu legen. Dem Missbrauch von Social Networks zur Desinformation kann nur mit Zensur abgeholfen werden. Vieles was in den Gründerjahren ausser acht gelassen wurde, ist zu einer ernsten Bedrohung für das Internet geworden. Das Web 2.0 beruht auf beruht auf 2 Grundvoraussetzungen: Kostenlosigkeit: Die UserInnen wollen nicht bezahlen – bezahlt wird mit Daten. Verantwortung – Selbst-diszipliniert. Die User gehen verantwortungsvoll mit den Angeboten um. Missbrauchen nicht das Web für politische Propaganda und kriminelle Machenschaften. Beide Voraussetzungen sind heute nicht mehr gegeben. Die erwachsen geworden Digital-Natives sind bereit für Inhalte zu bezahlen. Das social Web wird für Fake-News und politische Agitation missbraucht. Ein Internet-Zyklus ist an sein Ende kommen. Im Jahr 2000 crashte das klassische Internet. Heute, ende der 10er Jahre ist das die Zeit des Web 2.0 abgelaufen. Es ist Zeit für neue Konzepte.

Publiziert am: 22.11.2018


Archiv

Web 2.0 hat den Zenit überschritten. Das Internet ist zum Opfer des eigenen Erfolgs geworden. Seiteneffekte und die Nebenwirkung der Erfolges drohen das Web 2.0 unter sich zu begraben. Was wird aus dem Internet: Entwertet es sich selber zu einem virtuellen Verkaufskanal oder kann das Internet sozial aufgewertet werden. Können soziale und kommerziellen Inhalte erfolgreich koexistieren oder bleibt am Ende nur das schnelle Geld? weiter»

Publiziert: 22.11.2018   



kaj © 2001 - 2019

?>